Migrantenkinder in der Jugendhilfe

Autorenband 6 der SPI-Schriftenreihe

ISSN: 1435-3016
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Beschreibung

Migrantenkinder und insbesondere jugendliche Migrantinnen und Migranten wurden vonseiten der Politik und der Sozialen Arbeit lange Zeit in erster Linie als Problemgruppen wahrgenommen, deren Mitglieder vielerlei Defizite aufweisen und sich vor allem durch ihr Nichtdeutschsein auszeichnen.

In einer Zeit, in der Leitlinien wie Betroffenenbeteiligung, Empowerment, Lebenswelt- und Ressourcenorientierung die Jugendhilfepraxis in zunehmendem Maße bestimmen, passt die Orientierung am Defizit nicht mehr ins Konzept, und der Blick wendet sich den Stärken, Interessen und Wünschen der Klientel zu. Dies gilt auch für Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund, denen aus ihren spezifischen Erfahrungen nicht nur Risiken erwachsen, sondern die zur Bewältigung ihrer schwierigen Lage auch besondere Qualitäten mitbringen oder entwickeln.

Die Auseinandersetzung mit Migrationserfahrungen, mit deren Hintergründen und den daraus resultierenden spezifischen Wissensbeständen, Fähigkeiten und Problematiken aber zwingt in besonderem Maße zu einem Nachdenken darüber, welcher Wert Kindern in einer Gesellschaft beigemessen, wie viel in eine Kultur des Aufwachsens investiert und wie viel an Gleichheit und Gerechtigkeit angestrebt wird.

Ursula Boos-Nünning, Franz Hamburger, 

Karin Haubrich, Yasemin Karakasoglu und andere

Herausgegeben vom Sozialpädagogischen Institut

im SOS-Kinderdorf e.V.

München 2002, Eigenverlag

188 Seiten


Autoren

Prof. Dr. Ursula Boos-Nünning

Jahrgang 1944, Studium der Soziologie in Köln und Linz/Donau; seit 1981 Professorin für Erziehungswissenschaft mit dem Schwerpunkt Interkulturelle Pädagogik an der Universität Essen; 1987 bis 1991 Leiterin des Instituts für Migrationsforschung, Interkulturelle Pädagogik und Zweisprachendidaktik (IMAZ); seit 2001 Rektorin der Universität Essen; unter anderem Mitglied der Kommission zum zehnten Kinder- und Jugendbericht, des Bundesjugendkuratoriums, zahlreicher Beiräte im Migrationsbereich. Arbeitsschwerpunkte: Interkulturelle Pädagogik, Mädchen und junge Frauen mit Migrationshintergrund, Schulsituation on Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund und Übergang von der Schule in den Beruf. (Stand der Veröffentlichung 2002)

Kerstin Frank

Jahrgang 1964, Diplompädagogin, Diplomsozialpädagogin; Dozentin an der Fachakademie für Sozialpädagogik, freiberufliche Sozialwissenschaftlerin. Arbeitsschwerpunkt: Aus- und Fortbildung für Erzieherinnen und Erzieher; Themenschwerpunkte: Mädchen- und Jungenarbeit, interkulturelle Pädagogik. (Stand der Veröffentlichung 2002)

Prof. Dr. Franz Hamburger

Jahrgang 1946, Studium der Soziologie, Pädagogik und Philosophie in Heidelberg und Köln; seit 1978 Professor für Sozialpädagogik an der Universität Mainz; 1993 bis 1997 Ausländerbeauftragter an der Universität Mainz; Mitbegründer des Instituts für Sozialpädagogische Forschung Mainz e.V. (ism); unter anderem Mitglied des Kuratoriums für das Kultur- und Dokumentationszentrum Deutscher Sinti und Roma in Heidelberg; unter anderem im Redaktionsbeirat der Zeitschrift Migration und Soziale Arbeit. Arbeitsschwerpunkte: Migration und Minderheiten, Hilfen zur Erziehung, Weiterentwicklung der präventiven, ambulanten und teilstationären Hilfen. (Stand der Veröffentlichung 2002)

Karin Haubrich

Jahrgang 1965, Diplomsoziologin; seit 1993 am Deutschen Jugendinstitut tätig. Arbeitsschwerpunkte: Wissenschaftliche Begleitung von Bundesmodellprogrammen, Programmevaluation, Jugendsozialarbeit/Jugendberufshilfe, regionale Vernetzung der Jugendhilfe, Jugendliche im Übergang Schule–Beruf. (Stand der Veröffentlichung 2002)

Dr. Yasemin Karakasoglu

Jahrgang 1965, Turkologin und Erziehungswissenschaftlerin; zurzeit als wissenschaftliche Assistentin im Fachbereich Erziehungswissenschaften, Arbeitsgruppe Interkulturelle Pädagogik an der Universität Essen tätig. Arbeitsschwerpunkte: Interkulturelle Erziehung im Elementarbereich, Bildungssituation von Migrantenkindern und -jugendlichen, Islam als Sozialisationsfaktor muslimischer Jugendlicher in Deutschland. (Stand der Veröffentlichung 2002)

Christel Sperlich

Jahrgang 1952, Journalistin mit dem Schwerpunkt Soziales, Kinder, Jugend und Familienpolitik; vorrangig für das Fernsehen tätig. (Stand der Veröffentlichung 2002)

Dr. phil. Kristin Teuber

Diplompsychologin; seit 2015 Leiterin des Sozialpädagogischen Instituts (SPI) des SOS-Kinderdorf e.V., langjährige wissenschaftliche Mitarbeiterin im SPI in den Bereichen Praxisforschung und Fachöffentlichkeitsarbeit. Arbeitsschwerpunkte: Ressourcenunterstützende Handlungsansätze in der Jugendhilfe, Forschung im Bereich der stationären Hilfen zur Erziehung, Entwicklungsprozesse im Jugend- und frühen Erwachsenenalter, Leaving Care, familiale Betreuungsformen. (Stand der Veröffentlichung 2017)

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