Zurück zu den Eltern?

Praxisband 2 der SPI-Schriftenreihe

ISSN: 1435-3016
               
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Beschreibung

Die im Kinder- und Jugendhilfegesetz verankerte Forderung nach aktiver Beteiligung der Eltern während einer Fremdunterbringung stellt einen Paradigmenwechsel in der Heimerziehung dar. Es gilt, mit der Elternarbeit Veränderungen in der Lebenssituation und der Beziehungswelt der Familie anzustoßen, die es den Kindern ermöglichen, zurückzukehren und andere – bessere – Entwicklungsbedingungen vorzufinden. Die Verwirklichung dieses Anspruchs bedeutet jedoch, dass neue Strukturen geschaffen, neue Arbeitsformen installiert und noch stärker differenzierte Hilfen angeboten werden müssen. Vor diesem Hintergrund verlangt Elternarbeit als Arbeit mit der Herkunftsfamilie nach Konzepten, die pädagogische und therapeutische Arbeit miteinander verbinden.

Dieser Band schildert den Arbeitsansatz und die Erfahrungen mit systemischer Familienarbeit in Haus Leuchtturm, einer heilpädagogischen Kinderwohngruppe mit Sozialtherapie im SOS-Kinderdorf Ammersee. Wie der Lotse die Bootsmannschaft, so erweitert das Team von Haus Leuchtturm temporär das Familiensystem, entzerrt die familiäre Dynamik und unterstützt die Familie. Für die Familien wie für die Fachkräfte der Einrichtung ist die Zusammenarbeit mit dem Herkunftssystem immer auch ein Spiel mit ungewissem Ausgang. Die Qualität dieser Arbeit zeigt sich dabei letztlich in der Qualität der Lösungen und Entscheidungen, auf die sich die Beteiligten im konkreten Fall verständigen, und erklärtermaßen nicht allein daran, ob eine Rückführung erfolgreich abgeschlossen werden kann oder nicht.

Manfred Spindler, Kathrin Taube

und Gabriele Vierzigmann

Herausgegeben vom Sozialpädagogischen Institut

im SOS-Kinderdorf e.V.

München 2000, Eigenverlag

120 Seiten


Autoren

Dr. Manfred Spindler

Jahrgang 1956, Diplompsychologe, psychologischer Psychotherapeut, Familientherapeut, Supervisor und Körperpsychotherapeut; psychologische Dienstleistungen in ambulanten und stationären Bereichen der Jugendhilfe, tätig in Ausbildung und Fortbildung; arbeitet als externer Familientherapeut in Haus Leuchtturm. (Stand der Veröffentlichung 2000)

Kathrin Taube

Jahrgang 1964, Diplomsozialpädagogin (FH); arbeitet seit sechs Jahren im Allgemeinen Sozialdienst der Stadt München. Vormals tätig in der offenen Arbeit mit Kindern und im Heimbereich mit Menschen mit geistiger Behinderung. Arbeitsschwerpunkte: Familienarbeit und Armut in Familien. (Stand der Veröffentlichung 2002)

Dr. phil. Gabriele Vierzigmann

Jahrgang 1958, Diplompsychologin; wissenschaftliche Mitarbeiterin am Sozialpädagogischen Institut im SOS-Kinderdorf e.V.; verantwortlich für den Aufgabenschwerpunkt Fachpublikationen; langjährig tätig in der Familienforschung und Familienberatung. (Stand der Veröffentlichung 2003)

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