Geschwisterbeziehungen in riskanten Familienkonstellationen

Band 7 der SPI-Materialien

ISBN: 978-3-936085-64-8
ISSN: 1868-2790

Beschreibung

Die Autorinnen diskutieren aus familiensystemischer, bindungstheoretischer und struktureller Sicht die Bedeutung von Geschwisterbeziehungen in verschiedenen Familienformen.

Dabei richten sie ihren Blick insbesondere auf riskante Familienkonstellationen und auf die Folgen der Trennung von Kindern im Kontext der Fremdunterbringung. Da in Deutschland nur wenige Studien zur Geschwisterforschung vorliegen, werden zudem wichtige Anregungen für zukünftige Forschungsvorhaben geliefert.

Materialien 7 ist der erste Band einer Themenreihe, in der sukzessiv die Ergebnisse des internationalen Forschungsprojekts "Geschwister in der stationären Erziehungshilfe" veröffentlicht werden, zum Teil auch in englischer Übersetzung.

Bettina Bergau, Carolin Thönnissen, Sabine Walper

und Eva-Verena Wendt

Herausgegeben vom Sozialpädagogischen Institut

im SOS-Kinderdorf e.V.

München 2009, Eigenverlag


Inhaltsverzeichnis

1

Ausgangspunkt: Lückenhafte Geschwisterforschung und Anliegen der Expertise

9
2

Geschwisterbeziehungen theoretische Perspektiven und empirische Fokussierungen

14
2.1

Geschwisterbeziehungen aus systemischer Sicht

14
2.2

Rollen und Funktionen von Geschwistern

15
2.3

Geschwister als Bezugspersonen aus Sicht der Bindungsforschung

18
2.3.1    

Zentrale Annahmen der Bindungstheorie

18
2.3.2    

Geschwisterbeziehungen als Bindungsbeziehungen

20
2.4    

Dimensionen der Geschwisterbeziehung

23
2.4.1    

Wärme, Nähe und Loyalität

24
2.4.2    

Rivalität

25
2.4.3

Konflikt

28
2.4.4

Relative Macht

31
2.5

Geschwisterbeziehungen im Lebensverlauf

31
2.5.1

Die Entstehung der Geschwisterbeziehung

32
2.5.2

Kleinkind- und Kindergartenjahre

33
2.5.3

Mittlere und späte Kindheit

33
2.5.4

Geschwister im Jugendalter

34
2.5.5

Junges und mittleres Erwachsenenalter

35
2.5.6

Spätes und hohes Erwachsenenalter

36
3

Einflussfaktoren auf Geschwisterbeziehungen

37
3.1

Strukturelle Merkmale der Geschwisterkonstellation

38
3.1.1

Die Stellung in der Geschwisterreihe

38
3.1.2

Der Altersabstand der Geschwister

40
3.1.3

Die Bedeutung der Geschlechterkonstellation

40
3.2

Zusammenhänge im familialen Netzwerk Kongruenz, Kompensation und Bevorzugung

42
4

Die Rolle von Geschwisterbeziehungen in riskanten Familienkonstellationen

45
4.1

Riskante Familienstrukturen

45
4.1.1

Geschwisterbeziehungen in Trennungs- und Scheidungsfamilien

45
4.1.2

Geschwisterbeziehungen in Stieffamilien

47
4.1.3

Geschwisterbeziehungen in Pflege- und Adoptivfamilien

51
4.1.4

Geschwisterbeziehungen von Halb- und Vollwaisen

52
4.2

Riskante Familiendynamiken

53
4.2.1

Elterliche Konflikte und Partnerschaftsprobleme

53
4.2.2

Belastungen der Eltern-Kind-Beziehungen

56
4.2.3

Ungleichbehandlung durch die Eltern

58
4.3

Gemeinsam oder getrennt platzieren? Geschwister in der Fremdunterbringung

60
4.4

Die Rolle von Geschwisterbeziehungen in Sorgerechtsfragen bei Trennungs- und Scheidungsverfahren

63
4.4.1

Sorgerechtsregelungen in Deutschland

63
4.4.2

Geschwister im Trennungs- und Scheidungsverfahren

64
4.4.3

Folgen der Trennung von Geschwistern

66
5

Fazit und Ausblick

68
5.1

Chancen und Risiken für und in Geschwisterbeziehungen

68
5.2

Stationäre Hilfen zur Erziehung: Geschwisterbeziehungen in familienähnlicher Betreuung

72
5.3

Einordnung der Befunde und künftige Forschung

74

Anmerkungen

77

Literatur

78

Die Autorinnen

105
Der Herausgeber 106

Autoren

Bettina Bergau

Jahrgang 1981, Diplompsychologin, psychologische Sachverständige für Familienrechtsfragen, Doktorandin an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Arbeitsschwerpunkte: psychologische Begutachtung in familiengerichtlichen Fragestellungen und Forschung zu lösungsorientierter Begutachtung im familiengerichtlichen Verfahren. (Stand der Veröffentlichung 2009)

Born in 1981, graduate psychologist, authorised psychological expert for family law issues, doctoral candidate at the Ludwig-Maximilians-University, Munich. Fields of work: psychological expertise and research in family court-related issues on solution-oriented assessment in family court-related proceedings.
(as published in 2010)

Dr. phil. Carolin Thönnissen

Jahrgang 1981, Erziehungswissenschaftlerin, wissenschaftliche Mitarbeiterin im von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderten Projekt Beziehungs- und Familienpanel (pairfam) an der Fakultät für Psychologie und Pädagogik der Ludwig-Maximilians-Universität München. Forschungsschwerpunkte: Jugendalter und junges Erwachsenenalter, Beziehung zur Herkunftsfamilie, Eltern-Kind-Beziehungen, Erziehung. (Stand der Veröffentlichung 2016)

Prof. Dr. phil. Sabine Walper

Jahrgang 1956, Diplompsychologin, Forschungsdirektorin am Deutschen Jugendinstitut (DJI) und Professorin für Jugend- und Familienforschung an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Arbeitsschwerpunkte: Familien- und Jugendforschung, vor allem Forschung zu Auswirkungen von Scheidung und neuen Partnerschaften auf Kinder, zu Einflüssen von Armut auf das Familienleben und Entwicklungschancen von Kindern; Mitglied des Wissenschaftlichen Beirates für Familienfragen des Bundesministeriums für Familien, Senioren, Frauen und Jugend sowie Mitherausgeberin der Zeitschriften „Psychologie in Erziehung und Unterricht“ sowie „Soziologie der Erziehung und Sozialisation“. (Stand der Veröffentlichung 2012)

Born in 1956, graduate psychologist, professor for youth research at the Ludwig-Maximilians-University, Munich, Institute for Pedagogics, Educational and Socialisation Research. Fields of work: family and youth research, particularly research on the development of family relations, on effects of divorce and new parental partnerships on children, on impacts of poverty on family life, and development opportunities of children. Member of the German Scientific Council for Family Affairs of the Federal Ministry for Family Affairs, Senior Citizens, Women and Youth, as well as co-publisher of the review “Psychologie in Erziehung und Unterricht”.
(as published in 2010)

Dr. phil. Eva-Verena Wendt

Jahrgang 1977, Diplompsychologin, wissenschaftliche Mitarbeiterin im von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderten Beziehungs- und Familienentwicklungspanel (PAIRFAM) an der Fakultät für Psychologie und Pädagogik der Ludwig-Maximilians-Universität München. Forschungsschwerpunkte: Familienbeziehungen in Kern-, Trennungs- und Konfliktfamilien, Entwicklungsbesonderheiten in der Adoleszenz, Partnerschaftsgestaltung und Sexualität in jungen Paarbeziehungen. (Stand der Veröffentlichung 2009)

Born in 1977, graduate psychologist, research assistant in the research project “Panel Analysis of Intimate Relationships and Family Dynamics” (PAIRFAM), promoted by the German Research Foundation (DFG) at the Faculty of Psychology and Educational Sciences at the Ludwig-Maximilians-University, Munich. Research focus areas: family relations in nuclear families, families with parental divorce and conflictive families, development characteristics in adolescence, partnership development and sexuality in young romantic relations.
(as published in 2010)

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