Angelsächsische Studien zu Geschwisterbeziehungen im Überblick

Band 9 der SPI-Materialien

ISBN: 978-3-936085-81-5
ISSN: 1868-2790
Schutzgebühr 8,00 €

Beschreibung

Eine klar konturierte Geschwisterforschung gibt es noch nicht, doch widmen sich Sozialwissenschaftlerinnen und -wissenschaftler im angelsächsischen Sprachraum vermehrt dem Wirkfaktor Geschwisterbeziehung. Die Ergebnisse sind hierzulande bis heute nur wenig zur Kenntnis genommen worden, obwohl sie durchweg beachtlich sind.

Die Forschungen belegen zweifelsfrei: Geschwisterlichkeit ist eine starke soziale Einflussgröße. Viele Kinder und Jugendliche leiden darunter, wenn sie das Auseinanderbrechen der Familie und den Wechsel an einen neuen Lebensort ohne den Beistand ihrer Geschwister durchstehen müssen. Geschwister brauchen die haltgebende Verbindung zueinander. Sie zu stützen ist die Aufgabe der Kinder- und Jugendhilfe.

Die Zahl der durch Jugendhilfemaßnahmen getrennten Geschwister, die wenig Kontakt zueinander haben, ist international immer noch hoch. Dabei sind Platzmangel und eine ungeeignete Infrastruktur vor dem Hintergrund der Kinderrechte als Begründungen für eine Trennung kaum hinnehmbar. Es ist an der Zeit, die Belange von Geschwistern systematisch zu berücksichtigen. Die Erkenntnisse und Empfehlungen der vorgestellten Forschungsarbeiten bieten konkrete Orientierung im Kontext von Unterbringungsentscheidungen und bei der Gestaltung von Hilfen.

Johanna Weiß und Carolin Thönnissen

Herausgegeben vom Sozialpädagogischen Institut

des SOS-Kinderdorf e.V.

München 2016, Eigenverlag


Inhaltsverzeichnis

SPI-Materialien
"Geschwister in der stationären Erziehungshilfe"

  7

Vorwort
  9

Johanna Weiß
Internationale Geschwisterforschung – Systematik und Wissensbestände im Überblick

 11

Carolin Thönnissen und Johanna Weiß
Zur Qualität von Geschwisterbeziehungen

 20
  

Theoretische und methodische Zugänge

 20
 

Einflüsse auf Geschwisterbeziehungen

 35

Die Bedeutung von Geschwisterbeziehungen für die Befindlichkeit, die sozio-emotionale und die kognitive Entwicklung

 44
 

Der Beitrag von Geschwisterbeziehungen zu persönlichem und familiärem Wohlbefinden

 59
 

Interventionen zur Verbesserung der Beziehungsqualität zwischen Geschwistern

 63
 

Geschwister in Familien mit schwierigen Lebenslagen und in Übergangssituationen

 69

Gemeinsame und getrennte Unterbringung in der Vollzeitpflege

 79
 

Gemeinsame Unterbringung von Geschwistergruppen

 79
 

Gründe für getrennte Unterbringung

 88
 

Unterbringungen und ihre Auswirkungen

100

Wechsel der Unterbringung

116
 

Geschwister in der Vollzeitpflege

120
 

Verzeichnis der Studien

140

Autoren

Johanna Weiß

Erziehungswissenschaftlerin M.A., wissenschaftliche Mitarbeiterin im Sozialpädagogischen Institut des SOS-Kinderdorf e.V. Arbeitsschwerpunkte: Praxisforschung im Bereich der Kinder- und Jugendhilfe, Geschwister in der Fremdunterbringung, Beziehungsqualität im Kontext pädagogischer Wirksamkeit, kollegiale Fallberatung als Methode sozialpädagogischer Diagnostik. (Stand der Veröffentlichung 2016)

Dr. phil. Carolin Thönnissen

Jahrgang 1981, Erziehungswissenschaftlerin, wissenschaftliche Mitarbeiterin im von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderten Projekt Beziehungs- und Familienpanel (pairfam) an der Fakultät für Psychologie und Pädagogik der Ludwig-Maximilians-Universität München. Forschungsschwerpunkte: Jugendalter und junges Erwachsenenalter, Beziehung zur Herkunftsfamilie, Eltern-Kind-Beziehungen, Erziehung. (Stand der Veröffentlichung 2016)

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