1955 bis 1980

Die Anfänge

1955 - Gründungsjahr und Gründungsidee

1955 wird der SOS-Kinderdorf e.V. in Deutschland gegründet und damit die Idee Hermann Gmeiners realisiert: Kinder, die nicht bei ihren Eltern leben können, sollen statt in traditionellen großen Heimeinrichtungen in einer SOS-Kinderdorffamilie von einer SOS-Kinderdorfmutter als verlässliche Bezugsperson betreut und erzogen werden, um ihnen so die Integration in die Gesellschaft zu ermöglichen. Diese zur damaligen Zeit beinahe revolutionäre Form der familienähnlichen, alltagsorientierten Betreuung war in der Fachwelt durchaus umstritten, fand aber in der Bevölkerung große Unterstützung.

1956 - Das erste deutsche SOS-Kinderdorf

Bereits 1956 kann die Grundsteinlegung für das erste deutsche SOS-Kinderdorf in Dießen am Ammersee gefeiert werden, im Dezember 1957 ziehen die ersten Kinder mit ihrer Kinderdorfmutter ein. Die folgenden Jahre sind durch intensive Aufbauarbeit des SOS-Kinderdorf e.V. gekennzeichnet. Es entstehen insgesamt zwölf Kinderdörfer im Gebiet der damaligen Bundesrepublik.

1967 - Die Kinderdorfmutter

Die fachliche Qualifikation der Kinderdorfmütter wird ab 1967 durch eine zweijährige Ausbildung in der vereinseigenen "Mütterschule" intensiviert.

1971 - Die Kinderdorffamilien

Anfangs leben in den meisten Kinderdorffamilien sechs bis neun Kinder, in den Siebzigerjahren wird die Familiengröße allmählich auf fünf bis sechs Kinder reduziert. Damit wird auch die 1971 mit über 800 Kindern erreichte Höchstbelegung unterschritten, die Zahl der in Kinderdorffamilien betreuten Kinder geht langsam zurück.

1967 bis 1974 - Angebote für Jugendliche und junge Erwachsene

Die Erfahrungen in den SOS-Kinderdörfern zeigen, dass für Jugendliche und junge Erwachsene eigene Angebotsformen entwickelt werden müssen, um deren Betreuungsbedürfnissen gerecht zu werden. So entstehen in den Sechzigerjahren zunächst als reine Nachbetreuungseinrichtungen der  Kinderdörfer Jugendhäuser und in den Siebzigerjahren Jugendwohngemeinschaften. Dies sind kleine, koedukative Einrichtungen, die in Wohnanlagen oder Reihenhäusern untergebracht sind. In Weiterführung der Kinderdorfidee einer konstant zur Verfügung stehenden Bezugsperson lebt ein Betreuer(paar) in unmittelbarer Nachbarschaft der Einrichtung. Daneben werden entsprechend des Bedarfes der Jugendlichen ambulante Formen der Nach- und Einzelbetreuung entwickelt und Treffpunkte mit Beratungsmöglichkeiten aufgebaut. Im weiteren Verlauf entstehen auch stationäre Angebote für junge Erwachsene.

1978 - Dorfgemeinschaften als Lebensorte für Menschen mit Behinderung

In den Kinderdörfern werden stets auch Kinder und Jugendliche betreut, die als junge Erwachsene nicht in der Lage sind, selbstständig zu leben. Für sie gibt es zunächst kaum weiterführende Hilfen. In der ersten SOS-Dorfgemeinschaft in Hohenroth finden dann ab Ende der Siebzigerjahre erwachsene Menschen mit geistigen Behinderungen einen Ort zum Leben und zum Arbeiten. Eine weitere Dorfgemeinschaft, Hof Bockum, wird 1986 gegründet. Die behinderten jungen Menschen leben mit einem Betreuerehepaar in einer familienähnlichen Gemeinschaft in Familienhäusern zusammen. Die Dorfgemeinschaften bieten ihnen Arbeits- und Beschäftigungsmöglichkeiten in der Landwirtschaft und in kleinen Werkstätten.

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Differenzierung der Angebotspalette - 1980 bis 1990

Konzeptionelle Weiterentwicklung - 1990 bis 2010

Vielfalt und Vernetzung der Angebote - Der Verein heute

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