1990 bis 2010

Konzeptionelle Weiterentwicklung und fachliche Fundierung

1990 - Erweiterung und Bündelung des Angebotsspektrums in Verbundeinrichtungen

Die Neunzigerjahre sind für die SOS-Kinderdörfer eine Zeit intensiver konzeptioneller Weiterentwicklung. Die Kinderdörfer erweitern ihr Angebotsspektrum, und so entstehen Verbundeinrichtungen, die entsprechend dem regionalen Bedarf Kinderdorffamilien in Verbindung mit Wohngruppen für kurz- und mittelfristige Unterbringung, Formen des ambulant betreuten Wohnens und Betreuung in Tagesgruppen oder Kindertagesstätten anbieten.

1999 - Professionalisierung der Kinderdorfmütter

Die Professionalisierung der Kinderdorfmütter wird vorangetrieben. Sie erhalten eine berufsbegleitende Ausbildung zur Erzieherin und gestalten die Arbeit in der Kinderdorffamilie in einem Team mit weiteren pädagogischen Mitarbeitern.

2000 - Formulierung vereinsweiter pädagogischer Grundsätze

Es werden Rahmenvorgaben für die Zusammenarbeit im Team oder mit den Herkunftsfamilien ausgearbeitet und Handlungsleitlinien, etwa zur Partizipation, entwickelt.

Die Organisationsstruktur der SOS-Einrichtungen wird den sich verändernden Anforderungen der Jugendhilfe angepasst. Es entstehen vermehrt Angebote mit differenzierten Hilfen unter einem Dach. Das Leistungsspektrum wird ausgeweitet, in einzelnen Regionen werden Einrichtungen zusammengelegt.

2002 - Umstrukturierungen und Einführung eines Qualitätsentwicklungsverfahrens

Die Einschränkung der finanziellen Ressourcen in der Kinder- und Jugendhilfe wirkt sich auch auf die Entwicklung des SOS-Kinderdorf e.V. aus. Es lassen sich nur noch wenige zusätzliche Projekte realisieren, konzeptionelle Neuerungen werden verstärkt durch Umstrukturierungen innerhalb der bestehenden Einrichtungen umgesetzt. Die Qualität der Betreuung behält dabei weiterhin einen hohen Stellenwert, was zum Beispiel die Einführung eines vereinsweiten Programms zur Qualitätsarbeit zeigt.

2004 - Das erste städtische Kinderdorf

Ein bedeutendes, wegweisendes Modellprojekt ist das SOS-Kinderdorf Berlin-Moabit. Hier werden zum ersten Mal SOS-Kinderdorffamilien in einem städtischen, lebensweltnahen Umfeld eingerichtet. Sie sind integriert in einen Verbund, der umfassende Hilfen für Familien in einem stark belasteten Stadtteil anbietet.

2005 bis 2010 – Differenzierung im stationären Bereich und Ausbau zugehender Hilfen

In der zweiten Hälfte des Jahrzehnts werden die Leistungsangebote im stationären Bereich weiter ausdifferenziert und die zugehenden Hilfen im ambulanten Bereich ausgebaut. Als besonderes niederschwelliges und zielgerichtetes präventives Angebot kommen die schulbezogene Hilfen hinzu. 2009 wird das siebte Mehrgenerationenhaus in Betrieb genommen.

Lesen Sie weiter...
Vielfalt und Vernetzung der Angebote - Der Verein heute

Seite drucken

© SOS-Kinderdorf e.V.