Verwirklichungschance SOS-Kinderdorf

Buchprojekt

ISBN: 978-3-8474-2037-8
Schutzgebühr 34,90 €

Beschreibung

Was stärkt junge Menschen in der stationären Erziehungshilfe auf ihrem Weg in die Eigenständigkeit und wie können Fachkräfte in pädagogischen Institutionen sie am besten unterstützen? Ausgehend von dieser Frage untersucht die vorliegende Studie, unter welchen Bedingungen junge Menschen in SOS-Kinderdörfern aufwachsen, sich entwickeln und selbstständig werden und wie sie die Unterstützung im Kinderdorf erleben.

Unter Rückgriff auf den Capability-Approach wird in den Blick genommen, welche Chancen sich den Kindern und Jugendlichen bieten, ihr Leben in die Hand zu nehmen und nach den eigenen Vorstellungen zu führen. Diese Verwirklichungschancen werden auf zwei Ebenen beleuchtet:

  • Auf der persönlichen Ebene geht es neben den verschiedenen Fertigkeiten, die ein junger Mensch entwickelt, vor allem darum, ob er seine Lebenssituation einschätzen, Chancen für sich erkennen und ergreifen sowie die dafür nötigen Ressourcen aktivieren kann. All das wird im Konzept der Handlungsbefähigung theoretisch gefasst und empirisch beschrieben.
  • Auf der Ebene der Einrichtungen steht im Vordergrund, welche Möglichkeiten die SOS-Kinderdörfer den Jugendlichen bei der Entwicklung eines individuellen Lebensentwurfs und auf dem Weg zu einer eigenen Lebensführung eröffnen und wie sie sie dabei unterstützen. Dabei richtet sich das Augenmerk auf zwei zentrale Prozesse: die Herstellung von Gemeinschaft als Grundlage von Zugehörigkeit und die Verselbstständigung als essentielle Entwicklungsaufgabe im Hinblick auf das Erwachsenwerden.

Mit seinen Ergebnissen bietet das Projekt Anregungen für die Weiterentwicklung der pädagogischen Praxis in den SOS-Kinderdörfern. Vor allem aber leistet es einen Beitrag zur Heimerziehungsforschung, die letztlich Auskunft darüber zu geben hat, was junge Menschen beim Aufwachsen in der stationären Erziehungshilfe brauchen.

 

Renate Höfer, Ylva Sievi, Florian Straus, Kristin Teuber

Herausgegeben vom Sozialpädagogischen Institut des SOS-Kinderdorf e.V.

 

Im Buchhandel erhältlich.


Inhaltsverzeichnis

Verwirklichungschance SOS-Kinderdorf – Einleitung und konzeptioneller Rahmen 

Die Jugendlichen in den SOS-Kinderdörfern unter dem Gesichtspunkt einer Belastungs-Bewältigungs-Perspektive
Wer sind die Jugendlichen? Soziodemografischer und biografischer Hintergrund
Psychische Belastungen und Verhaltensprobleme
(Bewältigungs-)Ressourcen
Verschränkung der Belastungs- und Bewältigungsperspektive 

Gemeinschaft als Verwirklichungschance im SOS-Kinderdorf
Das pädagogische Setting SOS-Kinderdorf
Die SOS-Kinderdorfgemeinschaft aus der Perspektive der Jugendlichen 

Handlungsbefähigung als Schlüsselkompetenz für ein gelingendes Leben
Konzeptionelle Überlegungen zur Handlungsbefähigung
Empirische Ergebnisse zum Stand der Handlungsbefähigung bei Jugendlichen in SOS-Kinderdörfern
„Dazwischen“ – Die Konstruktion von Zugehörigkeit
Fazit 

Verselbstständigung als Verwirklichungschance im SOS-Kinderdorf
Die Perspektive der Fachkräfte
Verselbstständigung aus der Sicht der Jugendlichen
Statt eines Fazits: Ein kurzer systematischer Epilog 

Verwirklichungschance SOS-Kinderdorf – Konzeptionelle Überlegungen und Implikationen für die pädagogische Praxis
Die Analyse institutioneller Verwirklichungschancen und der Capability-Approach
Pädagogische Settings als Verwirklichungschance
Ein Brückenkonzept: Lerners „Positive Jugendentwicklung“
Das Konzept der Handlungsbefähigung als individuelle Metaressource
Ausgewählte Verwirklichungschancen und die Herausforderungen in der praktischen Umsetzung 

Autoren

Dr. phil. Renate Höfer

Diplompsychologin, Architektin, wissenschaftliche Mitarbeiterin im Institut für Praxisforschung und Projektberatung (IPP) München. Arbeitsschwerpunkte: Salutogenese und Gesundheit bei benachteiligten Kindern und Jugendlichen, Beschwerde- und Ombudsverfahren in der Kinder- und Jugendhilfe, Identitätsentwicklung und soziale Netzwerke. (Stand der Veröffentlichung 2017)

Ylva Sievi

Diplomsoziologin, wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universität der Bundeswehr München sowie im Deutschen Jugendinstitut e.V. (DJI), zurzeit selbstständig tätig. Arbeitsschwerpunkte: Jugendhilfeforschung, Genderforschung, Methoden empirischer Sozialforschung. (Stand der Veröffentlichung 2017)

Dr. phil. Florian Straus

Studium der Soziologie, Psychologie und Philosophie in München; Geschäftsführer des Instituts für Praxisforschung und Projektberatung (IPP) München, von 1989 bis 2009 Mitglied der Sonderforschungsbereiche 333 und 536 an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Arbeitsschwerpunkte: Netzwerkanalysen, Handlungstheorie, Identitätsforschung, Arbeitsmarktforschung, Missbrauch in Institutionen. (Stand der Veröffentlichung 2017)

Dr. phil. Kristin Teuber

Diplompsychologin; seit 2015 Leiterin des Sozialpädagogischen Instituts (SPI) des SOS-Kinderdorf e.V., langjährige wissenschaftliche Mitarbeiterin im SPI in den Bereichen Praxisforschung und Fachöffentlichkeitsarbeit. Arbeitsschwerpunkte: Ressourcenunterstützende Handlungsansätze in der Jugendhilfe, Forschung im Bereich der stationären Hilfen zur Erziehung, Entwicklungsprozesse im Jugend- und frühen Erwachsenenalter, Leaving Care, familiale Betreuungsformen. (Stand der Veröffentlichung 2017)

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