Reinhard Wiesner

Zurück in die Kleinstaaterei? Ein historischer Streifzug durch die Gesetzgebung der Kinder- und Jugendhilfe

Beschreibung

Achtzig Jahre, nachdem es gelungen ist, einen reichs- und später bundesrechtlichen Rahmen zu schaffen, steht die Jugendhilfe im Rahmen der sogenannten Föderalismusdebatte erneut am Scheideweg: Wandert sie tatsächlich wieder in die Zuständigkeit der Länder und damit aller Wahrscheinlichkeit nach in die kommunale Selbstverwaltung zurück?

Reinhard Wiesner nimmt diesen Diskussionsstand zum Anlass für eine fundierte historische Betrachtung der Entwicklung des Sachgebietes Kinder- und Jugendhilfe unter kompetenzrechtlichen Aspekten. Dazu skizziert er zunächst die Etappen vom Reichsjugendwohlfahrtsgesetz bis zum Gesetz zur Neuordnung des Kinder- und Jugendhilferechtes im Jahr 1990. Daran anschließend schildert er, wie die Gesetzgebungskompetenz für die Kinder- und Jugendhilfe im Machtpoker zwischen Bund und Bundesländern als Verhandlungsmasse benutzt wird, und verdeutlicht die besorgniserregenden Konsequenzen, die eine Übertragung der Zuständigkeit für die Jugendhilfe auf die einzelnen Bundesländer insbesondere für den Kinder- und Jugendschutz haben könnte.

Überzeugend stellt der Verfasser die zentralen jugendpolitischen und rechtssystematischen Argumentationslinien vor und plädiert von ihnen ausgehend engagiert für eine Beibehaltung des bundesrechtlichen Rahmens im Interesse junger Menschen und ihrer Familien sowie eines effektiven Kinder- und Jugendschutzes.

Autoren

Prof. Dr. jur. Dr. rer. soc. h. c. Reinhard Wiesner

Jahrgang 1945, Jurist, Ministerialrat, Leiter des Referates Kinder- und Jugendhilferecht im Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend Berlin/Bonn, Honorarprofessor an der Freien Universität Berlin; Herausgeber eines Kommentars zum SGB VIII – Kinder- und Jugendhilfe – und Mitherausgeber des Zentralblattes für Jugendrecht; zahlreiche Veröffentlichungen zum Kinder- und Jugendhilferecht und zum Kindschaftsrecht. (Stand der Veröffentlichung 2005)

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