Christian Schrapper

Wann arbeitet ein Mütterzentrum gut? Überlegungen zur Qualität von Laienarbeit zwischen Selbsthilfe und Sozialleistung

Beschreibung

Mütterzentren sind Orte, an denen Frauen vor allem etwas für sich, zum Teil auch mit ihren Kindern und für diese tun. Sie sind Orte der Kontaktaufnahme, an denen Austausch, Angebote der Entlastung, Beratung und Unterstützung in Eigeninitiative gesucht und gestaltet werden können. Mit ihrer Arbeit ergänzen oder ersetzen sie andere Hilfeleistungen, seien es staatliche Sozialleistungen der Sozial- und Jugendhilfe oder andere gemeinnützige Hilfsdienste mit öffentlicher Finanzierung. Dadurch befinden sie sich in einem Spannungsfeld zwischen Selbsthilfe und Sozialleistung, zwischen Initiative und Institution – und müssen sich demzufolge kritischen Fragen nach ihrer "Zuständigkeit“ und der Qualität ihrer Leistungen stellen. Kann aber die Arbeit von Mütterzentren überhaupt eindeutig eingeordnet werden angesichts der Tatsache, dass sie einerseits von Selbsthilfe und Engagement leben, andererseits jedoch öffentliche Förderung in Anspruch nehmen möchten?

Christian Schrapper untersucht die spezifische Qualität der Angebote von Mütterzentren. Welche Anforderungen ergeben sich und mit welcher Qualität kann diese für öffentliche Mittel legitimiert werden? Und welchen Beitrag zu den Aufgaben des Gemeinwesens kann ein Mütterzentrum leisten, ohne die eigene Identität, gestützt auf Selbsthilfe und Eigeninitiative, aufzugeben? Entlang dieser Fragen beschreibt der Autor, wie in den durch "Laienarbeit" getragenen Mütterzentren "selbstproduzierte Sozialleistungen" erbracht werden. Vor diesem Hintergrund erläutert er, warum die Entwicklung eines Qualitätsmanagements von zentraler Bedeutung ist, um im Verteilungskampf um sozialstaatliche Ressourcen bestehen zu können.

Autoren

Prof. Dr. phil. Christian Schrapper

Jahrgang 1952, Sozialarbeiter (grad.), Diplompädagoge, seit 1998 Professor für Pädagogik mit dem Schwerpunkt Sozialpädagogik an der Universität Koblenz-Landau in Koblenz. Arbeitsschwerpunkte: Geschichte, Theorie und Methoden Sozialer Arbeit, insbesondere der Kinder- und Jugendhilfe. (Stand der Veröffentlichung 2013)

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