Irene Stoehr

Bewegung zur Mütterlichkeit? Die Frauenbewegung und die Mütterfrage seit hundert Jahren

Beschreibung

In der neuen Frauenbewegung seit 1968 ist eine positive Mütterpolitik kaum zu realisieren gewesen und immer wieder schnell in Verruf geraten. Wer versuchte, die den Frauen aufgrund ihrer – potenziellen oder realen – Mutterschaft zugedachten Aufgaben und Eigenschaften nicht nur als Defizite zu behandeln, wurde schnell von der herrschenden feministischen  Meinung als "reaktionär" abgestempelt. Die Autorin legt dar, dass sich die politischen Sprecherinnen des radikalen Flügels der alten Frauenbewegung im Grunde weder für Mütterlichkeit noch für Mütter interessiert haben. Haben sie also die Mütter eventuell nur für andere politische Ziele funktionalisiert? Und gab es neben der Politisierung der Mütterlichkeit auch eine Bewegung leiblicher Mütter?

Entlang dieser Fragestellungen erzählt Irene Stoehr einen Ausschnitt aus der Geschichte der Frauenbewegung, beginnend mit dem Ende der 1880-er Jahre bis zum Jahr 2000. Eine Zeittafel veranschaulicht, was Frauen in diesem Zeitraum bewegt haben. Im Anschluss untersucht die Autorin den modernen Feminismus mit all seinen Widersprüchen und die "Mütterfallen" der neuen Frauenbewegung, in denen sie einen Teil der Ursachen für die Heftigkeit der Abwehr gegen mütterorientierte Politikansätze begründet sieht.

Autoren

Irene Stoehr

Jg. 1941; Sozialwissenschaftlerin und Publizistin in Berlin. Sie war beteiligt an der Initiierung von Frauenforschung in und außerhalb der Universität und war Redaktionsmitglied der feministischen Frauenzeitschriften »Courage« und »Unterschiede« (»für Lehrerinnen und Gelehrte, Mütter und Töchter, Gleich- und Weichenstellerinnen, Freundinnen, Tanten und Gouvernanten aller Art«). Zur Zeit forscht und publiziert sie über Frauenpolitik und Frauenbewegungen im Kalten Krieg der fünfziger Jahre. (Stand der Veröffentlichung 2000)

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