Cornelia Grennan spricht mit Janine K.

Ansichten eines Grenzfalles

Beitrag aus SOS-Dialog 1995

Beschreibung

In abwechselnden Berichten schildern Cornelia Grennan, Ausbilderin im SOS-Berufsausbildungszentrum Nürnberg, und die Auszubildende Janine K. deren Ausbildungsverlauf und die Probleme und Schwierigkeiten während dieser Zeit. Die Ausbildung der alleinerziehenden jungen Mutter beginnt zunächst vielversprechend. Janine ist motiviert und überdurchschnittlich qualifiziert. Ihre Tochter wird tagsüber in der Kinderkrippe des BAZ versorgt. Nach einigen Monaten bemerkt die Ausbilderin eine Veränderung in Janines Verhalten, Krankmeldungen und Nachlässigkeiten häufen sich. Die psychischen und sozialen Probleme, die zu dieser Veränderung geführt haben, will die junge Frau den Fachkräften des BAZ jedoch nicht mitteilen. Statt die Unterstützungsangebote der Einrichtung anzunehmen, zieht sie sich immer weiter zurück.

Nicht nur Janine ist mit ihrer Situation überfordert, sondern auch Cornelia Grennan stößt als Ausbilderin an ihre Grenzen: Der Konflikt zwischen menschlichem Verständnis einerseits und der fachlichen Verantwortung für die Ausbildung andererseits wird zur Belastung. Allen Beteiligten ist klar: In "normalen“ Betrieben wäre Janine K. längst gekündigt worden. Auch den Fachkräften des BAZ bleibt in Janines Fall als letzte Konsequenz nur ein Aufhebungsvertrag. Jedoch bietet man ihr die Möglichkeit der Wiederaufnahme ihrer Ausbildung an, wenn sie bestimmte Auflagen erfüllt. Schließlich gelingt der jungen Frau der Wiedereinstieg in die Ausbildung − mit der Aussicht auf einen erfolgreichen Abschluss.

Autoren

Cornelia Grennan spricht mit Janine K.

Jahrgang 1951, ist Fotolaborantin und Fotografenmeisterin und hat außerdem eine werbefachliche Ausbildung. Sie ist seit 1987 im SOS-Berufsausbildungszentrum Nürnberg Meisterin für die Ausbildungsberufe Fotolaborant und Fotograf. (Stand der Veröffentlichung 1995)

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