Gerda Holz und Beate Hock

Armutslagen von Kindern und Jugendlichen in Deutschland am Ende des 20. Jahrhunderts

Beitrag aus SOS-Dialog 1999

Beschreibung

Kinderarmut ist in Deutschland noch immer ein zu wenig beachtetes Problem. Dabei ist sie ein eigenes Phänomen, das sich sowohl im Ausmaß als auch in der Qualität erheblich von der Eltern- und Erwachsenenarmut unterscheidet. Kinder haben besondere Bedürfnisse und sind in ganz spezifischer Weise auf für sie förderliche Lebensbedingungen angewiesen. Daher lässt sich Armut von Kindern auch nicht allein anhand finanzieller oder materieller Faktoren erfassen und beschreiben. Was aber prägt die Lebenssituationen armer oder armutsgefährdeter Minderjähriger? Welche konkreten Erscheinungsformen von Kinderarmut zeigen sich tagtäglich in der Praxis der Sozialen Arbeit?

Gerda Holz und Beate Hock schildern zentrale Aspekte der Thematik. Für ihre Untersuchung haben sie Fachkräfte unterschiedlicher Einrichtungen befragt und anhand ihrer Aussagen verschiedene Armutskategorien entworfen. Die Autorinnen kommen zu dem Ergebnis, dass Kinderarmut nicht allein durch eine verbesserte Bereitstellung von finanziellen Hilfen aufgefangen werden kann. Vielmehr gilt es, Ressourcen unterschiedlichster Art zur Verbesserung der allgemeinen Lebensbedingungen von Minderjährigen zur Verfügung zu stellen. Ein eigenes Armutskonzept für Kinder und Jugendliche ist dafür die Voraussetzung. Grundlage aller Bemühungen sollte jedoch die Einsicht sein, dass Kinder einer breiten Unterstützung durch Gesellschaft, Politik und Staat bedürfen und dass die Bekämpfung der Kinderarmut nur mit gesamtgesellschaftlichen Anstrengungen gelingen kann.

Autoren

Gerda Holz

Jahrgang 1957, Sozialarbeiterin grad., Diplom-Politikwissenschaftlerin, ist Leiterin des Fachbereichs „Wissenschaftliche Begleitforschung, Evaluation“ am Institut für Sozialarbeit und Sozialpädagogik in Frankfurt am Main. Arbeitsschwerpunkte Sozialgerontologie, Sozialplanung, Alten- und Sozialpolitik, Verbändeforschung, Armutsforschung. (Stand der Veröffentlichung 1999)

Beate Hock

Jahrgang 1965, Krankenschwester, Diplom-Soziologin, ist Wissenschaftliche Mitarbeiterin im AWOISS-Projekt am Institut für Sozialarbeit und Sozialpädagogik in Frankfurt am Main. Arbeitsschwerpunkte: Betriebssoziologie, Sozialpolitik, Armutsforschung. (Stand der Veröffentlichung 1999)

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