Ulrich Schneider und Gerhard Schulte

Kinderarmut – Herausforderung für die Sozialpolitik

Beitrag aus SOS-Dialog 1999

Beschreibung

Armut bedeutet für Familien und ihre Kinder den Ausschluss vom Normalen und eine Einschränkung ihrer gesellschaftlichen Teilhabe. Eine wesentliche Voraussetzung dafür, dass durch eine gerechtere Verteilung gesellschaftlicher Ressourcen bessere Bedingungen für Kinder aus armen Familien erreicht werden, ist zunächst einmal die Anerkennung der Tatsache, dass es in Deutschland Kinderarmut gibt. Wie aber geht die Politik mit dieser Tatsache um? Was muss eine zukunftsorientierte Sozial- und Familienpolitik leisten, damit der Kinderarmut in Deutschland entgegengewirkt werden kann?

Die Autoren fordern engagiert dazu auf, anzuerkennen, dass das Problem der zunehmenden Kinder- und Jugendarmut in Deutschland nicht allein durch die verbesserte Bereitstellung finanzieller Mittel für Familien gelöst werden kann. Die Schere zwischen armen und reichen Kindern öffnet sich vielmehr in verschiedenen Bereichen: von der Kinderbetreuung über Bildungs- und Ausbildungsmöglichkeiten bis hin zur Gesundheitsversorgung oder der Wohnsituation. In allen diesen Feldern sind konkrete Handlungskonzepte und Instrumente vonnöten, um das soziale Netz für Familien armutsfest zu machen. Anhand der hier aufgeführten Zahlen und Fakten veranschaulichen die Verfasser zum einen die sozialpolitischen Ursachen und Zusammenhänge von Kinderarmut. Zum anderen verweisen sie entschieden auf die Notwendigkeit eines erweiterten Armutsbegriffes jenseits rein materieller Kategorisierungen und auf die erforderliche Einbettung von Kinderarmut in den gesamtgesellschaftlichen Kontext.

Autoren

Dr. Ulrich Schneider

Jahrgang 1958, Dr. phil., Diplom-Pädagoge. Studium der Erziehungswissenschaft in Bonn und Münster. Seit 1988 Mitarbeiter, seit 1999 Hauptgeschäftsführer des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes – Gesamtverband in Frankfurt am Main. Zahlreiche Fachveröffentlichungen zu Fragen der Sozialpolitik und Wohlfahrtspflege. (Stand der Veröffentlichung 1999)

Gerhard Schulte

Jahrgang 1963, Diplom-Pädagoge. Studium der Erziehungswissenschaft in Münster. 1990 bis 1995 Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Sozialpädagogik, Weiterbildung und Empirische Pädagogik der Universität Münster, seit 1995 Assistent beim Vorsitzenden des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes – Gesamtverband. (Stand der Veröffentlichung 1999)

Seite drucken

© SOS-Kinderdorf e.V.