Ulrich Hähner

Der Professionelle als Begleiter – eine neue Leitidee für Institutionen der Behindertenhilfe

Beitrag aus SOS-Dialog 2002

Beschreibung

Selbstbestimmung und Teilhabe am Leben in der Gemeinschaft wurden mit der Reform des SGB IX zu einem programmatischen Ziel erklärt, und innerhalb der Behindertenhilfe hat sich der Status des behinderten Menschen seitdem stark verändert. Menschen mit Behinderung sind in diesem Zusammenhang verstärkt als "Experten ihrer selbst“ zu sehen und bestimmen selbst Umfang und Art der Hilfe beziehungsweise "Dienstleistung". Will man die Idee der Selbstbestimmung und des Empowerments in der Behindertenhilfe konsequent umsetzen, so erfordert dies eine entsprechende Grundhaltung bei den Fachkräften, passende Methoden, Offenheit und Toleranz. Die Veränderungen, die mit dieser Leitidee einhergehen, berühren jedoch nicht nur das "Wie" der Professionalität von Fachkräften, sondern in gleichem Maß die gängigen Organisationsformen und -strukturen.

Ulrich Hähner kommt zu dem Ergebnis, dass Selbsthilfe im bisherigen Rahmen und System der Behindertenhilfe nicht annähernd möglich ist. Empowermentkonzepte verlangen nach einem neuen professionellen Selbstverständnis, das sich der Auseinandersetzung mit eingefahrenen institutionellen Strukturen stellt. Der Autor setzt sich engagiert dafür ein, die Rahmenbedingungen für Menschen mit Behinderung so zu ändern, dass Fachkräfte sich in ihrer Arbeit als Begleiter verstehen können und die Leitidee der Selbstbestimmung konsequent umgesetzt wird.

Autoren

Ulrich Hähner

Jahrgang 1947, Diplompsychologe, systemischer Familientherapeut. Tätigkeit in Einrichtungen der Jugendhilfe und Behindertenhilfe, jetzt in einer Beratungsstelle für Eltern, Kinder und Jugendliche des Enzkreises in Pforzheim, freiberufliche Tätigkeit als Supervisor und Seminarleiter. (Stand der Veröffentlichung 2002)

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