Georg Theunissen

Positionen und Impulse für die Arbeit mit Menschen, die als geistig behindert gelten

Beitrag aus SOS-Dialog 2002

Beschreibung

Menschen mit Behinderung wurden in der Vergangenheit an der Gestaltung ihrer Lebensbedingungen nur selten beteiligt, und zumeist wurde unter dem Schlagwort der "Normalisierung“ eine Normierung der Lebenswelt und ein "Normalmachen“ des behinderten Menschen verstanden. In jüngster Zeit führte jedoch der Begriff des "Empowerment“ zu einer fachlichen Neubestimmung der Behindertenarbeit. Dieser verweist auf die Selbstverfügungskräfte, die es dem Einzelnen ermöglichen, Probleme im Alltag aus eigener Kraft zu bewältigen, soziale Ressourcen zu nutzen und soweit wie möglich ein eigenständiges Leben zu führen.

Georg Theunissen entwickelt Konzepte zur Förderung von enthierarchisierten Beziehungsverhältnissen zwischen Helfern und behinderten Bewohnern von Einrichtungen. Soziale Handlungskompetenzen und autonomiefördernde Lebensräume im Lebensalltag von Menschen mit Behinderung sollen angeregt und gestärkt werden.

Um die hier entwickelten Ansätze in der Arbeit mit behinderten Menschen umzusetzen, bedarf es zweifellos einer neuen Kultur des Helfens, in der behinderten Menschen eine Stimme verliehen wird, damit ihre Rechte, Bedürfnisse und Sichtweisen ernst genommen und respektiert werden.

Autoren

Prof. Dr. Georg Theunissen

Jahrgang 1951, Prof. Dr., Diplompädagoge, Studium der Erziehungswissenschaften, Heil- und Sonderpädagogik in Köln. Ordinarius für Geistigbehindertenpädagogik am Institut für Rehabilitationspädagogik des Fachbereiches Erziehungswissenschaften der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg. (Stand der Veröffentlichung 2002)

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