Wolfgang Tischner

Eltern- und Famillienarbeit im Heim

Beitrag aus SOS-Dialog 2002

Beschreibung

Das Kinder- und Jugendhilfegesetz bezieht klar Stellung zugunsten des grundsätzlich garantierten Rechtes von Eltern auf "Pflege und Erziehung“ − auch im Falle der Fremdunterbringung. Jugendämter und Einrichtungen sind daher verbindlich aufgefordert, Eltern an der Ausgestaltung der jeweiligen Maßnahme zu beteiligen und sich mit ihnen auf gemeinsame Ziele und Vorgehensweisen zu einigen. Aber auch aus pädagogischer und familienpsychologischer Sicht kommt der Eltern- und Familienarbeit im Heim eine große Bedeutung zu. Die moderne Jugendhilfe arbeitet heute stark familienorientiert, bezieht die Restfamilie als zentralen Bestandteil in die Arbeit mit ein und betrachtet die Verhaltensauffälligkeiten eines Kindes immer auch im sozialen Kontext.

Wolfgang Tischner vermittelt einen Überblick über die Rahmenbedingungen der Eltern- und Familienarbeit im Heim. Er zeigt die bestehenden Widersprüche und fokussiert zentrale Aspekte, so etwa die Konkurrenzsituation zwischen Eltern und Fachkräften oder die Gefahr von Brüchen in der Lebenswelt des Heimkindes. Mit dieser Stellungnahme verdeutlicht er die hohe Bedeutung der Zusammenarbeit mit der Familie für den Erfolg eines Heimaufenthaltes und weist abschließend auf die nach wie vor bestehende Kluft zwischen dem Anspruch vieler Einrichtungen auf Elternarbeit und der Realität hin.

Autoren

Dr. Wolfgang Tischner

Jahrgang 1951, Dr. paed., Diplompädagoge, Professor im Fachbereich Sozialwesen der Georg-Simon-Ohm-Fachhochschule Nürnberg, daneben freiberuflich tätig als Supervisor und Organisationsberater. Arbeitsschwerpunkte: Pädagogik in der Sozialen Arbeit, Hilfen zur Erziehung, insbesondere Heimerziehung. (Stand der Veröffentlichung 2002)

Seite drucken

© SOS-Kinderdorf e.V.