Peter Hansbauer

Adressatinnen und Adressaten zur Qualität in stationären Erziehungshilfen

Beschreibung

In der Qualitätsdebatte galten diejenigen lange als Außenseiter, die stationär untergebrachte Kinder darüber befragten, was für sie gute Heimerziehung ausmacht und ob die von ihnen genannten Qualitäten dort, wo sie leben, gegeben sind. Auch heute noch löst in der Heimerziehung zum Teil Befremden oder gar Angst aus, was für jeden Dienstleister inzwischen eine Selbstverständlichkeit ist: sich dem Urteil der Nutzer zu stellen. Dabei ist es längst ein anerkanntes Qualitätsmerkmal, wenn Erziehung in stationären Einrichtungen auf die individuellen Bedürfnisse der Kinder und Jugendlichen zugeschnittene Bedingungen und Angebote vorhält und mit diesen die Entwicklung zu einer autonomen Persönlichkeit fördert.

Fragt man Kinder und Jugendliche selbst, worauf sie in der Heimerziehung Wert legen, so betonen diese vor allem soziale Aspekte, das heißt solche, die vorrangig die Frage betreffen, wie bestimmte Leistungen erbracht werden. Oftmals stellen Kinder in Heimen sich also etwas ganz anderes unter Qualität vor als das, was unter diesem Thema von Fachleuten diskutiert wird.

Peter Hansbauer erörtert, warum Qualitätsentwicklung vor allem darin bestehen sollte, die Rolle und Bedeutung der Nachfrageseite, hier also der Kinder und Jugendlichen, zu stärken. Dazu legt er dar, um welche Aspekte und Dimensionen es konkret gehen muss, wenn die Dienstleistungsqualität der Einrichtungen der Erziehungshilfe diskutiert wird. Der Autor kommt zu dem Ergebnis, dass Qualität sich nicht auf die formale Festschreibung von Struktur- und Prozessqualitäten beschränken, sondern zugleich die soziale Dimension in den Blick nehmen muss, um möglichst passgenau den Bedürfnissen der Leistungsempfänger und den pädagogischen Alltagssituationen gerecht werden zu können.

Autoren

Dr. Peter Hansbauer

Jahrgang 1964, Dr. rer. soc., Diplomsozialpädagoge, Diplomsoziologe, Geschäftsführer des Instituts für soziale Arbeit e.V. Arbeitsschwerpunkte: Jugendhilfe, Vormundschaft, Organisationsentwicklung. (Stand der Veröffentlichung 2003)

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