Joachim Merchel

„Qualitätssteuerung“ über „Qualitätswettbewerb“ – eine realistische und angemessene Perspektive für die Erziehungshilfe?

Beschreibung

Der Begriff  "Qualitätswettbewerb" hat seitens der Sachverständigenkommission zum Elften Kinder- und Jugendbericht einen neuen  Stellenwert erhalten: Die Idee eines  fachlich regulierten Qualitätswettbewerbes als fachpolitische Alternative zu einem "preisgesteuerten Qualitätswettbewerb" sollte mit der Leitformel "Qualitätssteuerung durch Wettbewerb" Innovationsanregungen in die Jugendhilfe hineinbringen. Dies hatte heftige Kritik in der Fachdiskussion zur Folge. Ausgehend von dieser Kontroverse geht Joachim Merchel zum einen der Frage nach, welche Bedeutung der Kategorie "Qualität" im Hinblick auf eine Wettbewerbsstrategie zukommen kann und ob die Wettbewerbsmetapher überhaupt eine angemessene strategische Perspektive zur Qualitätsverbesserung in der Jugendhilfe eröffnet. Zum anderen erörtert er das Problem, welche Erwartungen mit dem Begriff des "Steuerns" oder der "Steuerung" einhergehen und wie diese Begriffe in Bezug gebracht werden können zu dem Bemühen um eine Verbesserung der Qualität in der Erziehungshilfe.

Entlang dieser Fragestellungen formuliert der Verfasser drei Thesen zu den Begriffen "Wettbewerb", "Steuerung" und "Qualitätsentwicklung" und bezieht sich dabei insbesondere auf das Arbeitsfeld der Erziehungshilfe. Diese Thesen und deren Erläuterungen ergänzt er durch ein als Zwischenruf formuliertes Plädoyer für einen achtsameren und sensibleren Sprachgebrauch in der Kinder- und Jugendhilfe.

Autoren

Prof. Dr. Joachim Merchel

Jahrgang 1953, Dr. phil., Diplompädagoge, Professor für das Fach „Organisation und Management“ und Leiter des weiterbildenden Verbundstudienganges „Sozialmanagement“ an der Fachhochschule Münster, Fachbereich Sozialwesen. Arbeitsschwerpunkte: Sozialmanagement, Trägerstrukturen in der Sozialen Arbeit, Jugendhilfe mit Schwerpunkt Erziehungshilfe, Qualitätsmanagement. (Stand der Veröffentlichung 2003)

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