Silvia Dunkel

Gruppenarbeit mit Herkunftseltern

Beschreibung

Lange Zeit wurde Jugendhilfe als einzelfallbezogene Hilfe betrachtet, in deren Mittelpunkt die Arbeit mit dem Kind stand. Heute wird jedoch verstärkt das Augenmerk auf die Lebenszusammenhänge und -bedingungen der untergebrachten Kinder gerichtet, was konsequenterweise den Ausbau von Elternarbeit zur Folge haben müsste. Neben gesetzlichen Neuregelungen führen zudem veränderte theoretische Grundlagen zu einer stärkeren Gewichtung von Elternarbeit, denn auch die Funktion von Heimerziehung hat einen Wandel erfahren hin zur eher familienergänzenden Maßnahme.

Welche neuen Anforderungen an die Elternarbeit aber leiten sich aus diesen Veränderungen ab und wie ist es möglich, Krisen im Unterbringungsverlauf durch gezielte Arbeit an einzelnen Problemfeldern zu reduzieren? Wie wirkt sich die Tatsache, dass der vermeintliche "Symptomträger" nicht mehr präsent ist, auf das Familiensystem aus?

Seit 1999 bietet das Stadtjugendamt München Gruppen für Mütter und Väter an, deren Kinder in stationären Einrichtungen leben. Zwei eigens für diese Arbeit eingestellte Halbtagskräfte betreuen die Gruppen mit maximal zehn Teilnehmerinnen und Teilnehmern. Angeboten werden unter anderem thematisch offene Gruppen, Informationsabende und Gruppen für Eltern von Pflegekindern. Silvia Dunkel beschreibt die zugrunde liegenden Methoden und Ziele dieser Elterngruppen und schildert zentrale Aspekte, Anforderungen und konflikthafte Themen im Kontext dieser Gruppenarbeit.

Autoren

Silvia Dunkel

Jahrgang 1959, Diplomsozialpädagogin (FH), Paar- und Familientherapeutin (GAG, DGSF) und Gruppentherapeutin (STR); langjährige Berufserfahrung in der Kinder- und Jugendpsychiatrie, beim Allgemeinen Sozialdienst und in der Fremdunterbringung von Kindern und Jugendlichen. Derzeit Gruppenleitung der Arbeitsgruppe Elternarbeit/Gruppenarbeit im Stadtjugendamt München, die in das Sachgebiet „Pflegekinderdienst und Adoption“ in der Abteilung „Erziehungsangebote“ integriert ist. (Stand der Veröffentlichung 2004)

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