Ulrike Urban

Hilfeplanung in der Ambivalenz zwischen Hilfe und Kontrolle

Beschreibung

Woran lässt sich fachlich-professionelles Handeln in der sozialpädagogischen Arbeit konkret festmachen? Und auf welche Art lässt es sich nach außen vermitteln? Welche Gegensätze bestehen und wie kann mit ihnen umgegangen werden?

Am Beispiel der individuellen Hilfeplanung beschreibt Ulrike Urban den Umgang mit dem Grundwiderspruch zwischen Hilfe und Kontrolle in der Kinder- und Jugendhilfe. Der Begriff der "Hilfeplanung“ verleitet zumeist zu der Vorstellung, hier ginge es um einen klaren und eindeutigen Prozess. Fachkräfte müssen in der Hilfeplanung jedoch widersprüchliche diagnostische und partizipative Elemente verbinden und begründet entscheiden können, welche davon zum Einsatz kommen, denn nur in dieser Verbindung kann der größtmögliche Schutz für das Kind gewährleistet werden. Hilfeplanung ist also immer Hilfe, Kontrolle und Kinderschutz zugleich – und vom ersten Moment an. Diese drei Aspekte sind jedoch keine isolierten, aufeinanderfolgenden Arbeitsschritte, sondern vielmehr verschiedene Denkebenen, die nebeneinander und über den gesamten Fallverlauf hinweg bestehen.

Die Autorin resümiert, dass sich sozialpädagogische Fachlichkeit durch einen begründeten, reflektierten und kontrollierten Umgang – durch ein "auslotendes Handeln“ – mit diesen zum Teil widersprüchlichen Ansätzen und Denkebenen auszeichnet. Folglich sollte es nicht darum gehen, immer neue Modelle idealer Sozialer Arbeit zu entwerfen, die diese Widersprüchlichkeit aufzulösen versuchen, sondern vielmehr darum, das Handeln in den bestehenden Paradoxien zu erforschen und geeignete Hilfestellungen für eine stabile Balance zwischen den jeweiligen Polen zu entwickeln.

Autoren

Dr. phil. Ulrike Urban

Jahrgang 1971, Diplompädagogin, Sozialpädagogin, langjährige wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Freien Universität Berlin, seit 2005 Geschäftsführerin des Berliner Rechtshilfefonds Jugendhilfe e. V.; Mitglied der Lenkungsgruppe des BMFSFJ-Förderschwerpunktes „Fortentwicklung des Hilfeplanverfahrens“ am Deutschen Jugendinstitut e. V., München. Arbeitsschwerpunkte: Theorie und Praxis der Kinder- und Jugendhilfe, Kooperation zwischen Jugendhilfe und Schule, Professionalität in der Sozialen Arbeit, Projektberatung und -evaluation. (Stand der Veröffentlichung 2005)

Seite drucken

© SOS-Kinderdorf e.V.