Johannes Münder

Kindeswohl als Balance von Eltern- und Kinderrechten

Beschreibung

Welche Anforderungen ergeben sich aus dem Dreiecksverhältnis Eltern, Kinder, Staat für die Kinder- und Jugendhilfe? Was verbirgt sich konkret hinter den Begriffen "Kinderrecht“ und "Kindeswohl“? Wie sehen die dazugehörigen juristischen Grundlagen und Definitionen aus und welches Handlungsverständnis verbirgt sich dahinter?

Johannes Münder beschreibt den entwicklungsgeschichtlichen Wandel des historischen, vor allem ordnungsrechtlich orientierten Kinderschutzbegriffes über das gewachsene Fürsorgeverständnis hin zu seiner sozialpädagogischen Orientierung. Dieser Wandel eröffnet neue Möglichkeiten und die Chance, Kindeswohl nicht defensiv, sondern vielmehr offensiv und positiv bezogen auf die konkreten Lebenslagen der betroffenen Eltern und Kinder zu definieren, um mit ihnen zu entwickeln, was Kindeswohl ist und wie seine Gewährleistung durch Leistungen der Kinder- und Jugendhilfe sichergestellt werden kann.

In diesem Zusammenhang betont der Autor insbesondere das gesetzlich verankerte Wächteramt, das den Staat zur Sicherung der Menschenwürde des Kindes verpflichtet, dort einzugreifen, wo Eltern ihre Elternverantwortung nicht ausreichend wahrnehmen und das Kindeswohl gefährdet ist. Anhand verschiedener Beispiele macht der Verfasser deutlich, inwieweit und an welcher Stelle der Staat noch stärker seiner ebenfalls gesetzlich festgelegten Förderverpflichtung und Gestaltungsverantwortung nachkommen sollte.

Autoren

Prof. Dr. jur. Johannes Münder

Jahrgang 1944, Jurist, nach Tätigkeiten am Zentrum für interdisziplinäre Forschung (Universität Bielefeld) Stationen beim Bundesministerium für Arbeit, an der Fachhochschule Wiesbaden und an der Pädagogischen Hochschule Berlin; von 1980 bis 2010 Professor an der Technischen Universität Berlin, Lehrstuhl für Sozialrecht und Zivilrecht, seit 1.4.2011 emeritiert; Vorstandsvorsitzender des SOS-Kinderdorf e.V. (Stand der Veröffentlichung 2012)

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