Elfriede Seus-Seberich und Heike Jockisch

Kinderschutz in den Einrichtungen des SOS-Kinderdorf e.V.

Beschreibung

Übergriffe auf Kinder und Jugendliche können überall geschehen, und nur wenn man dieser Realität ins Auge sieht, kann Prävention wirklich gelingen. Nur so entsteht eine Kultur der Klarheit und Wachsamkeit und kann ein bagatellisierender Umgang mit tatsächlichen Übergriffen verhindert werden. Im Jahr 2006 hat SOS-Kinderdorf International das internationale "Child Protection Project“ ins Leben gerufen, dessen Leitgedanke es ist, ein Umfeld zu schaffen, das die Misshandlung, den Missbrauch, die Vernachlässigung sowie die Ausbeutung von Kindern verhindert. Seit 2007 hat sich auch der deutsche SOS-Kinderdorfverein aktiv an der Erstellung und Umsetzung der mittlerweile verabschiedeten Kinderschutzrichtlinien beteiligt.

Elfriede Seus-Seberich und Heike Jockisch erläutern die darin verankerten Grundhaltungen zum Kinderschutz. Zu ihnen gehört auch die Auseinandersetzung mit systemimmanenten Gefährdungsfaktoren, die Übergriffe an Kindern und Jugendlichen begünstigen. Denn gerade familienähnliche Betreuungsformen bergen ein erhöhtes Risiko der Reinszenierung destruktiver Beziehungsmuster und erfordern umso mehr einen permanenten aktiven Umgang mit dem Thema Kinderschutz. Die Verfasserinnen betonen die Bedeutung, die in diesem Zusammenhang allen Formen der Beteiligung zukommt, da diese für Kinder und Jugendliche eine Möglichkeit eröffnen, selbst zu ihrem Schutz beizutragen.

Die Kinderschutzrichtlinien von SOS-Kinderdorf International bieten eine geeignete fachliche Grundlage für einen bewussten Umgang mit den verschiedenen Aspekten des Kinderschutzes. Ein Auszug in der Version vom Mai 2008 findet sich im Anhang des Beitrages.

Autoren

Dr. phil. Elfriede Seus-Seberich

Jahrgang 1946, Diplompsychologin, Erziehungswissenschaftlerin, seit 1977 Leiterin des SOS-Beratungs- und Familienzentrums München, eines Familienhilfeverbundes mit einer Erziehungsberatungsstelle, einem Familienzentrum und Projekten für benachteiligte und Migrantenfamilien sowie Frühe Hilfen. Arbeitsschwerpunkte: Erziehungsberatung sozial benachteiligter Kinder und Familien, Kinder- und Familienarmut, Migration, Frühe Hilfen und Kinderschutz. (Stand der Veröffentlichung 2008)

Heike Jockisch

Jahrgang 1961, Diplompsychologin, Psychologische Psychotherapeutin, Abteilungsleiterin des Familienhilfezentrums der SOS-Kinder- und Jugendhilfen Kaiserslautern. Arbeitsschwerpunkte: Kinderschutz, insbesondere Prävention und Krisenintervention, Frühe Hilfen, Arbeit an den Schnittstellen zwischen Gesundheitswesen und Jugendhilfe. (Stand der Veröffentlichung 2008)

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