Wolfgang Sierwald und Mechthild Wolff

Beteiligung in der Heimerziehung – Sichtweisen von Jugendlichen und Perspektiven für die Praxis

Beschreibung

Beteiligung gilt als eine Grundvoraussetzung für die gesunde Entwicklung von Kindern und Jugendlichen. Sie ist ein wesentlicher Garant für die Gestaltung und Sicherung der drei grundlegenden Bedürfnisse Heranwachsender nach Existenz, sozialer Verbundenheit und Wachstum − und in den Hilfen zur Erziehung, die die Entwicklung der Betroffenen in einen institutionellen Rahmen einbinden, gilt dies umso mehr. Partizipatorische Strukturen einzurichten, bedeutet für Einrichtungen zunächst einen Mehrwaufwand, führt aber langfristig zu nachweislich effizienteren und effektiveren Hilfeverläufen.

Wie viel Partizipation erleben Jugendliche heutzutage in Einrichtungen tatsächlich und wie kommen Partizipationsangebote bei ihnen an? Entlang dieser Fragen stellen Wolfgang Sierwald und Mechthild Wolff zwei kooperative Forschungs- und Entwicklungsprojekte der Hochschule Landshut vor ("Beteiligung – Qualitätsstandard für Kinder und Jugendliche in der Heimerziehung“ und "Gelingende Beteiligung im Heimalltag aus Sicht von Jugendlichen“), in denen untersucht wurde, welche Beteiligungsformen Jugendliche in Heimen erleben, welche Aspekte ihnen dabei wichtig sind und was sie von beteiligungsorientierten Pädagoginnen und Pädagogen erwarten.

Die Verfasser machen deutlich, dass es für eine Einrichtung kein leichter Weg ist, ein lebendiges Beteiligungsklima zu schaffen. Als Prozess erfordert dies nicht nur beteiligungsfördernde Grundhaltungen, sondern verlangt vielmehr, dass Träger und Heime sich auf eine weitgehende Veränderung ihrer Strukturen und ihres Selbstverständnisses einlassen.

Autoren

Dr. phil. Wolfgang Sierwald

Jahrgang 1958, Psychologe, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Sozialpädagogischen Institut im SOS-Kinderdorf e.V., zuvor tätig in Lehre und familienpsychologischer und pädagogisch-psychologischer Forschung. Arbeitsschwerpunkte: Praxisforschung in der Kinder- und Jugendhilfe und interne Datenanalysen, Forschungsprojekte im Bereich Kinderdorffamilien, zur Beteiligung im Heimalltag und zur Hilfeplanung in der Kinder- und Jugendhilfe sowie Mitarbeit an der internationalen Katamnesestudie „Tracking Footprints“. (Stand der Veröffentlichung 2008)

Prof. Dr. phil. Mechthild Wolff

Jahrgang 1962, Studium der Erziehungswissenschaft, Theologie sowie der Kinder- und Jugendpsychiatrie; Fachhochschulprofessorin für Pädagogik an der Hochschule Landshut, Fachbereich Soziale Arbeit, Projektleiterin des Forschungsprojektes „Beteiligung – Qualitätsstandard für Kinder und Jugendliche in der Heimerziehung“. Stellvertretende Vorsitzende des Bundesverbandes Internationale Gesellschaft für erzieherische Hilfen e.V. (IGfH) in Frankfurt am Main. (Stand der Veröffentlichung 2008)

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