Heiner Keupp

Gesundheitsförderung durch Kinder- und Jugendhilfe – zwischen Hilfe und Kontrolle

Beschreibung

Welche Ressourcen benötigen Kinder und Jugendliche, um in einer immer komplexer werdenden, sich wandelnden Gesellschaft bestehen zu können? Was lässt sie selbstbestimmt und selbstwirksam ihren Weg ins Erwachsenenleben finden? Und was genau bildet die gesellschaftlichen Voraussetzungen für das Erlangen von Handlungsfähigkeit, die nachweislich eine wesentliche Bedingung für gelingende Lebensbewältigung darstellt?

Heiner Keupp geht diesen Fragen nach und legt dabei das Konzept der Salutogenese des Gesundheitsforschers Aaron Antonovsky und den Capability-Ansatz des Wirtschaftswissenschaftler Amartya Sen zugrunde. Überzeugend verdeutlicht er dabei die Bedeutung ihrer Forschungsergebnisse und Ansätze als Theoriebausteine zur Gesundheitsförderung von Heranwachsenden. Mit ihrer Grundannahme von Gesundheitsförderung als Befähigung folgen beide einer ähnlichen Leitidee: Anzustreben ist ein möglichst selbstbestimmtes Subjekt, das bestimmte Ressourcen einsetzen kann, um Stressoren zu bewältigen, und so in der Lage ist, die eigene Gesundheit zu erhalten oder wiederzugewinnen.

Detailliert stellt der Verfasser Möglichkeiten zum Entwurf eines gemeinsamen Handlungskonzeptes von Jugend- und Gesundheitshilfe vor, anhand dessen sich füreinander und wechselseitig anschlussfähige Modelle entwickeln ließen. Im Mittelpunkt sollte dabei insbesondere die Stärkung von Ressourcen junger Menschen stehen – Ressourcen, die diese heutzutage sowohl in der Auseinandersetzung mit den Risiken und Belastungen ihrer Lebenswelt als auch für die produktive Gestaltung ihrer eigenen Lebensprojekte dringend benötigen.

Autoren

Prof. Dr. phil. Heiner Keupp

Jahrgang 1943, Psychologe; von 1978 bis 2008 Professor für Sozial- und Gemeindepsychologie an der Universität München und Gastprofessor an den Universitäten in Innsbruck und Bozen; Vorsitzender der Kommission für den Dreizehnten Kinder- und Jugendbericht. Arbeitsschwerpunkte: soziale Netzwerke, gemeindenahe Versorgung, Gesundheitsförderung, Jugendforschung, individuelle und kollektive Identitäten in der Reflexiven Moderne, Bürgerschaftliches Engagement. (Stand der Veröffentlichung 2010)

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