Johannes Münder

Jugendhilfe als soziale Dienstleistung – Anmerkungen zur Struktur und Organisation der Leistungserbringung

Beschreibung

Der Perspektivenwechsel der Kinder- und Jugendhilfe vom staatlichen Eingriff zur sozialen Dienstleistung und damit auch von der Angebots- zur Nachfrageorientierung wirft eine Reihe von Fragen auf. Denn in dem Begriff der "sozialen Dienstleistung" sind nicht zuletzt das staatliche Wächteramt und die soziale Arbeit miteinander verbunden. Was also beinhaltet dieser Begriff für die Jugendhilfe? Welche Auswirkungen auf das Verhältnis von Klient und Leistungserbringer hat dieses Dienstleistungsverständnis konkret?

Leistungserbringer und öffentliche Träger sind von den Auswirkungen dieser Umorientierung gleichermaßen betroffen: Wird von Ersteren ein erhöhtes Maß an Flexibilität in Angebots- und Personalfragen erwartet, so sehen sich die Letzteren vor einer zu vollziehenden Umstellung von der Planungssteuerung zur Nachfragesteuerung.

Johannes Münder arbeitet begriffliche Gemeinsamkeiten, vor allem aber Unterschiede im Vergleich zum herkömmlichen Dienstleistungsbegriff heraus: Sozale Dienstleistung kann sich eben nicht allein am Kundenwunsch orientieren; sie richtet sich immer an zwei Polen aus: einerseits an der "Kundenzufriedenheit", andererseits an den fachlichen Erkenntnissen der "Leistungserbringer" darüber, was für den Kunden "das Beste" ist.

Autoren

Prof. Dr. jur. Johannes Münder

Jahrgang 1944, Jurist, nach Tätigkeiten am Zentrum für interdisziplinäre Forschung (Universität Bielefeld) Stationen beim Bundesministerium für Arbeit, an der Fachhochschule Wiesbaden und an der Pädagogischen Hochschule Berlin; von 1980 bis 2010 Professor an der Technischen Universität Berlin, Lehrstuhl für Sozialrecht und Zivilrecht, seit 1.4.2011 emeritiert; Vorstandsvorsitzender des SOS-Kinderdorf e.V. (Stand der Veröffentlichung 2012)

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