Gemeinsam oder getrennt? Zur Rechtspraxis der außerfamiliären Unterbringung von Geschwisterkindern in Deutschland

Band 11 der SPI-Materialien

ISBN: 978-3-936085-77-8
ISSN: 1868-2790
Schutzgebühr 12,50 €

Beschreibung

Eine Studie im Auftrag des SOS-Kinderdorf e.V. nimmt, erstmals überhaupt, die Praxis der außerfamiliären Unterbringung von Geschwisterkindern in den Blick. Dafür wurden Jugendamtsfachkräfte in ganz Deutschland online und persönlich befragt. Ergänzend fanden Interviews mit Familienrichterinnen und Familienrichtern statt.

Dabei wurde unter anderem deutlich: Gemeinsame Unterbringung wird angestrebt, doch die Angebotsstruktur der stationären Erziehungshilfen ist aktuell nur wenig auf die Aufnahme mehrerer Geschwister eingestellt. Der Mangel an Plätzen prägt den Prozess der Hilfeplanung, Fachkräfte agieren häufig zwischen fachlichem Anspruch und tatsächlichen Möglichkeiten.

Band 11 der SPI-Materialien fasst die Untersuchung zusammen, die an der Technischen Universität Berlin, Lehrstuhl Prof. Dr. Johannes Münder, mit Beteiligung des Sozialpädagogischen Instituts des SOS-Kinderdorf e.V. durchgeführt wurde.

Gabriele Bindel - Kögel

Herausgegeben vom Sozialpädagogischen Institut

des SOS-Kinderdorf e.V.

München 2011, Eigenverlag


Inhaltsverzeichnis

1   Das Untersuchungsfeld: Außerfamiliäre Unterbringungvon Geschwisterkindern als Ergebnis gesetzlich geregelter Verfahren
1.1   Grundstrukturen der gesetzlich geregelten Verfahren
1.1.1 Der Normalfall: Hilfeplanung in Kooperation mit den Eltern
1.1.2 Der akute Fall: Die Inobhutnahme bei Kindeswohlgefährdung
1.1.3 Der Konfliktfall: Information des Familiengerichtes
1.2       Die Angebotspalette bei Fremdplatzierung von Geschwisterkindern

2            Erhebung, Auswertung und Aussagekraft des Datenmaterials

3   Fremdunterbringung von Geschwisterkindern: Statistische Eckdaten
3.1 Daten aus offiziellen Bundesstatistiken
3.1.1       Anzahl und Alter von Geschwisterkindern in Deutschland
3.1.2 Anzahl der Hilfen zur Erziehung nach §§ 33 und 34 SGB VIII
3.1.3 Daten zur Inobhutnahme
3.1.4 Daten zu Fällen von Kindeswohlgefährdung in Deutschland
3.2 Daten und Schätzungen aus der Online-Befragung
3.3 Fallzahlen aus Sicht der interviewten Fachkräfte

4   Fachliches Handeln im Jugendamt bei Fremdunterbringung von Geschwisterkindern
4.1 Die Hilfeplanung nach § 36 SGB VIII – Verfahrensweisen und Instrumente
4.1.1       Überblick über Verfahrensweisen im Kontext der Hilfeplanung
4.1.2 Überblick über die Anwendung von Diagnoseinstrumenten
4.1.3 Formen kollegialer Beratung unter Rückgriff auf Diagnoseinstrumente und Methoden des Fallverstehens
4.2 Die Hilfeplanung nach § 36 SGB VIII – Entscheidungen und ihre Begründung
4.2.1 Generelle Einflussfaktoren und Spannungsfelder
4.2.2 Binnenstrukturen des Entscheidungsprozesses
4.2.3 Wo werden Geschwisterkinder außerfamiliär untergebracht?
4.3 Umfang und Qualität der Unterbringungsmöglichkeiten
4.3.1 Ursachen für den Mangel an Angeboten für Geschwisterkinder
4.3.2 Die Qualität der stationären Angebote für Geschwisterkinder
4.3.3 Schaffung neuer Angebote für Geschwisterkinder
4.4

Inobhutnahme von Geschwisterkindern nach § 42 SGB VIII

4.5

Die Förderung der Geschwisterbeziehung bei Fortschreibungdes Hilfeplans (§§ 36, 37 SGB VIII)

4.6 Hürden bei der Umsetzung von Geschwisterkontakten
4.6.1 Heimatferne Unterbringung
4.6.2

Zuständigkeitswechsel

4.6.3

Unterschiedliche Interessen der erwachsenen Bezugspersonen

5   Handeln der Familiengerichte in Verfahren der Gefährdung des Kindeswohls nach § 1666, 1666a BGB
5.1          Daten aus offiziellen Bundesstatistiken
5.2 Verfahrensbeistände und Gutachter in familiengerichtlichen Verfahren aus Sicht der Fachkräfte des Jugendamtes
5.3 Die Praxis des Familiengerichtes aus Sicht der Familienrichter

6   Zusammenfassung
6.1 Eckdaten zu Geschwisterkindern
6.2          Der Entscheidungsprozess
6.3 Geeignetheit von Pflegefamilien und stationären Erziehungshilfen für die Aufnahme von Geschwistern
6.4 Der akute Fall: Inobhutnahme von Geschwisterkindern
6.5 Der Konfliktfall: Die Rolle des Familiengerichtes
6.6 Die Pflege der Geschwisterbeziehungen im Rahmen des Hilfeplans

Autoren

Dr. phil. Gabriele Bindel-Kögel

Jahrgang 1954, Diplompädagogin, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Politikwissenschaft und historisch-politische Bildung der Technischen Universität Berlin, Fachgebiet Sozialrecht und Zivilrecht. Forschungsschwerpunkte: Praxis des Kinder- und Jugendhilferechts, des Kindschaftsrechts und Jugendstrafrechts; Kinder- und Jugendkriminalität; Schriftleitung der Zeitschrift "Unsere Jugend".
(Stand der Veröffentlichung 2011)

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