Foto: Gerti G. / photocase.de

Kinder und Jugendliche, die in Angebote der Kinder-, Jugend- und Berufshilfe kommen, sind häufig psychisch belastet. Aufgrund ihrer Erfahrungen haben sie mitunter Verhaltensweisen entwickelt, die zunächst schwer verständlich erscheinen. In der pädagogischen Arbeit bieten die Fachkräfte diesen jungen Menschen verlässliche Beziehungen an. Gleichzeitig sind sie jedoch mit dem auffälligen Verhalten der Mädchen und Jungen konfrontiert und gelangen so nicht selten an ihre Grenzen.

Mit seinem Qualifizierungsprogramm zum Umgang mit psychisch belasteten Kindern und Jugendlichen will der SOS-Kinderdorfverein seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für diese herausfordernde Aufgabe stärken und ihnen mehr Handlungssicherheit geben: Wie kann man das Verhalten von hoch belasteten Kindern und Jugendlichen besser verstehen und einordnen? Welche Haltungen und Interventionen können Teams entwickeln, um diesem Verhalten zu begegnen? Und welche Rolle spielt dabei psychiatrisches und traumapädagogisches Wissen? Persönliche Gespräche und Fallbeispiele geben Einblick, wie die Impulse und Methoden aus dem Qualifizierungsprogramm in die Praxis hineinwirken.

  • Sicherheit für das pädagogische Handeln gewinnen

    Qualifizierungsprogramm zum Umgang mit psychisch belasteten Kindern und Jugendlichen

    Andrea Kärcher und Wolfram Schneider-Arnoldi

    Kinder und Jugendliche, die in stationäre Angebote der Kinder- und Jugendhilfe kommen, sind häufig psychisch belastet. Laut der Ulmer Heimkinderstudie von 2007/2008 sind etwa 80 Prozent von ihnen traumatisiert und 70 Prozent bringen psychische Erkrankungen mit. Viele dieser Mädchen und Jungen haben aufgrund ihrer Erfahrungen Verhaltensweisen entwickelt, die zunächst schwer verständlich erscheinen.

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  • Gelingende Kooperationen zwischen der Kinder- und Jugendhilfe und der Kinder- und Jugendpsychiatrie

    Was wir gemeinsam tun können, um belastete Kinder und Jugendliche zu stärken

    Dr. Matthias Luther

    Dr. Matthias Luther ist Oberarzt in der Kinder- und Jugendpsychiatrie der Universitären Psychiatrischen Kliniken Basel (UPK). Zusammen mit Dr. Marc Schmid, dem dortigen Leitenden Psychologen für den Bereich Forschung, hat er das SOS-Qualifizierungsprogramm zum Umgang mit psychisch belasteten Kindern und Jugendlichen fachlich begleitet und maßgeblich geprägt. In diesem Rahmen war er außerdem als Referent und Berater tätig. Im Interview erläutert er, welche psychiatrischen Erkrankungen bei Kindern und Jugendlichen auftreten und welche Herausforderungen damit verbunden sind. Darüber hinaus macht er deutlich, wie wichtig eine gute Kooperation zwischen den Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe und der Kinder- und Jugendpsychiatrie ist und wie diese gelingen und wirken kann.

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  • Fallbeispiel aus dem SOS-Kinderdorf Pfalz

    Sicherheit im Umgang mit selbstverletzendem Verhalten

    Foto: picture alliance/Westend61

    Als Teamleitung in der Kinderdorffamilie ist Renate Schmauder regelmäßig mit selbst- oder fremdverletzendem Verhalten, sogar mit Suizidandrohungen von Kindern konfrontiert. Insbesondere in Krisensituationen oder wenn mehrere hoch belastete Kinder und Jugendliche in einer Kinderdorffamilie leben, ist dies herausfordernd und mit einer hohen Anspannung verbunden. Am Beispiel von Linus beschreibt Schmauder die Begleitung von psychisch schwer belasteten Kindern im SOS-Kinderdorf Pfalz. Sie berichtet, wie die Erfahrungen aus dem SOS-Qualifizierungsprogramm zur Entlastung und Handlungssicherheit ihres Teams wie auch zur Stabilisierung von Linus beigetragen haben.

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  • Kooperation mit der Kinder- und Jugendpsychiatrie

    Begegnung auf Augenhöhe

    auf Augenhöhe

    Eine gute Kooperation mit der Kinder- und Jugendpsychiatrie bringt Ruhe in das System. Das ist die Erfahrung des SOS-Kinderdorfs Zwickau. Im Gespräch beschreiben die Bereichsleitungen Susanne Rascher und Martin Pollmann gelingende Schnittstellen zur Kinder- und Jugendpsychiatrie: „Durch den regelmäßigen Austausch mit der Chefärztin ist bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern eine andere Sichtweise entstanden. Es wird fachlicher geschaut: Was brauchen psychisch belastete Kinder, was trage ich dazu bei, und was sind positive oder auch weniger positive Auswirkungen meines Handelns? Der Alltag ist professioneller geworden.“

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  • SOS-Qualifizierungsprogramm für die Jugendberufshilfe

    Multiprofessionelle Teams entwickeln ein gemeinsames Fallverständnis

    Steuerungsgruppe im SOS-Kinderdorf Nürnberg, Jugendberufshilfe

    Berufsorientierung, Ausbildung und Berufseinstieg sind für die meisten jungen Menschen mit großen Entwicklungsschritten verbunden. Neben der Aneignung von Wissen, Fertigkeiten und sozialen Kompetenzen gilt es, sich persönlicher Fähigkeiten und Neigungen bewusst zu werden, Vorstellungen von der eigenen beruflichen Zukunft zu entwickeln, Verantwortung zu übernehmen und Übergänge zu gestalten. Für Jugendliche mit psychischen Belastungen sind diese Schritte auf dem Weg in ein eigenständiges Leben besonders herausfordernd. Die spezifischen Anforderungen, vor denen berufsbildende Einrichtungen bei der Begleitung dieser jungen Menschen stehen, greift der SOS-Kinderdorf e.V. in seinem Qualifizierungsprogramm zum Umgang mit psychisch belasteten Jugendlichen durch gezielte Unterstützungsangebote für die Fachkräfte in diesem Angebotstyp auf.

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